Gestaltungspläne für eine endgültige Gedenkstätte Teil 2/5

2. GESTALTUNG

Bei der Gestaltung sollten daher so viele Aspekte wie möglich rund um das Ereignis dargestellt werden, aber nicht nur das Schreckliche.
Die Loveparade und ihr eigentlicher Sinn sollten ebenfalls zur Darstellung kommen sowie die Anteilnahme der Menschen, vor allem der Duisburger Bürger, die allein gelassen von der Duisburger Stadtspitze, immer wieder Zeichen des Mitgefühls und der Trauer setzten.
Noch heute lasten die desaströsen Folgen der Loveparade und das unwürdige Verhalten der Stadtspitze danach, schwer auf vielen Duisburgern.
Daher ist es den Duisburger Bürgern wichtig, dass den Angehörigen ein würdiger Platz gegeben wird, an dem sie ihren Verstorbenen so nahe wie möglich sein können.

Dieser Gestaltungsvorschlag ist sicherlich in der Pflege zeitaufwendig. Doch sollten weder Zeit noch Geld eine Rolle spielen. Es gilt ein Zeichen zu setzen für alle, die von den schlimmen Ereignissen betroffen waren, es sind und bleiben werden.

Sämtliche Gestaltungspläne unsererseits sind keine persönlichen Wünsche, sondern beruhen auf Wünschen und Ideen sämtlicher Besucher, die wir bei unseren Gesprächen immer wieder genannt bekamen.

Wir haben bei unserer Planung die Gedenkstätte daher in zwei Hälften unterteilt, der untere Teil (Unglücksort) sollte ganz im Zeichen des Unglückes und des Gedenkens stehen, während der obere Teil nicht nur des Gedenkens an die Opfer, sondern auch im Zeichen der positiven Dinge stehen soll.

Bei der jetzigen Beschreibung gehen wir davon aus, dass die Besucher vom Parkplatz oberhalb des Geländes kommend in Richtung Unglücksstelle gehen.

Dies ist auch ein Grund, warum wir viele Dinge seitlich an den Wänden oder längst entlang führend platziert haben.

Ein stufen- oder treppenähnliches Ansteigen des Weges halten wir aufgrund von Rollstuhlbesuchern für ungeeignet wird sich aber aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht verhindern lassen.

2.2. DETAILS IM BEREICH DES WEGES

Am Zugang zur Gedenkstätte, nachdem passieren des von Kurt Krieger gespendeten Lebensbaumes, haben wir die Erinnerungstafel „Duisburg gedenkt der Opfer der Loveparade 24.07.2010“ gesetzt.
Dies soll den Besuchern schon im oberen Teil die Bedeutung des Ortes ins Bewusstsein rücken.
Verantwortlich für das Design und die Herstellung des Gussmodells waren hiesige Firmen und wurde von einer Düsseldorfer Kunstgießerei hergestellt.
Die Tafel hängt seit dem 4. September 2010 direkt über der jetzigen provisorischen Gedenkstätte und müssten daher nach oben versetzt werden.

Im ersten Wegabschnitt sollen die Besucher an den ersten Erinnerungstafeln die rechts und links des Weges angebracht werden können, vorbei laufen.
Auf den ersten Tafeln sollte an die Katastrophe selbst erinnert werden.
Was genau geschah an diesem Tag und was waren die Folgen.

Im Mittelteil zwischen den ersten Windungen des Weges, der als Grünfläche ausgewiesen ist, sollten die Besucher freien Blick auf zwei Symbole der Trauer aber auch der Wut vieler Menschen haben können, die kurz nach dem Unglück aufgestellt und bis zum heutigen Tage an der provisorischen Gedenkstätte verblieben sind:

1. Das aus Seitenverstrebungen der Plakatwand gezimmerte Kreuz mit der Aufschrift „21 Tote 21 Kreuze In tiefer Trauer“
2. Der Bauzaun mit der „Strake-Stoffwand“ und den daran befindlichen 21 Kreuzen.

Beide symbolträchtigen Stücke müssten dafür, nach 2,5 Jahren der Witterung schutzlos ausgeliefert, restauriert werden.
In die Gedenkstätte sollten sie, um vor Wind und Wetter geschützt zu sein, in einer Art Schaukasten angebracht werden.
Eine entsprechende Erinnerungstafel bzw. Hinweistafel sollte die Symbolik der beiden Geschichtsstücke beschreiben.

Im weiteren Verlauf des Weges sollen die nächsten Erinnerungstafeln an wichtige Sachen und Personen erinnern.
Hier möchten wir unter anderem an die Rettungskräfte erinnern, die bei dem Unglück vor Ort waren.
Sie haben am Unglückstag vielen Menschen mit ihrem aufopferungsvollen und selbstlosen Einsatz geholfen und Leben gerettet.
Viele dieser Helfer leiden auch heute noch unter den Folgen dieses Einsatzes und dürfen nicht vergessen werden.
Dasselbe gilt auch für die zahlreichen namenlosen Notfallseelsorger vor Ort, die den Verletzten und den Hinterbliebenen immer wieder zur Seite standen, um das Erlebte zu verarbeiten.

Auf weiteren Tafeln möchten wir die Anteilnahme der Menschen dokumentieren.
Da ist die Erinnerung vor allem an die erste Zeit nach dem Unglück, als der Tunnel einem Blumen- und Kerzenmeer ähnelte, bis hin von der Entwicklung der provisorischen Gedenkstätte bis hin zur fertigen endgültigen Gedenkstätte und deren symbolische Wirkung für die Menschen unserer Stadt.

Ebenso sollten im Bereich der gesamten Gedenkstätte entsprechende Sitzmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, die Tafeln durch Lichter auch in den Abendstunden lesbar sein.
Dazu wären entlang des Weges auch Laternen Installationen angebracht.
Ebenso sollte in die Grünanlagen stellen integriert werden wo Menschen zum Zeichen des Gedenkens Blumen, Kerzen oder ähnliches ablegen können.

Der Rest des Weges, bis zur eigentlichen Unglücksstelle sollte weiterhin mit Erinnerungs- und Hinweistafeln bestückt werden um die Geschichte auch nach der Loveparade Katastrophe nicht verblassen zu lassen.

Zu den Menschen in Erinnerung gebliebene Punkte zählen unter anderem folgende:

Loveparade Gedenkstätte in Duisburg
Die im September 2010 eingerichtete provisorische Gedenkstätte um Unglücksort.
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