Gestaltungspläne für eine endgültige Gedenkstätte Teil 4/5

2.3. DETAILS IM BEREICH DER „RAMPE“

Nach dem Passieren dieser Stelle gelangt man nun auf den unteren Teil der „Rampe“, dem eigentlichen Unglücksort. Dieser Teil sollte so Original wie möglich erhalten und gestaltet werden.

Dazu gehört es, die Unglückstelle auch mit all seinen negativen Eindrücken in den Zustand zurück zu versetzen, wie er am Abend des Unglückstags vorzufinden war.

Die Plakatwand mit der Telekom Werbung ebenso wie das Verkehrsschild ist für viele Betroffene ein Orientierungspunkt, um sich an bestimmte Einzelheiten erinnern zu können.
Dazu gehört auch der vorhandene Randstein.
Viele brauchen diese Dinge, um durch das Erinnern das Erlebte besser verarbeiten zu können.

Diese Stelle sollte weiterhin durch eine niedrige Glaswand mit Durchgang umgeben sein.
Dieser dient nicht nur dazu, diese besondere Stelle noch einmal hervorzuheben, sondern, wie wir in unzähligen Gesprächen mit Betroffenen und von verschiedenen Seelsorgern bestätigt bekommen haben, für jene als psychologisches Schutzschild.
Am Unglückstag wurde von den Menschen an dieser Stelle sämtliche natürliche Vegetation nieder gedrückt.
Um diesen Effekt auch in Zukunft zu erhalten ist ein Austausch des jetzigen Mutterbodens nötig.
Dies könnte erzielt werden durch dunklen feinen Kies, unterfüttert mit einer Unkrautplane.
Die gesamte Stelle sollte auch weiterhin offen zugänglich bleiben, damit Angehörige, Betroffene und Besucher an dieser Stelle wie in den letzten beiden Jahren jederzeit Kerzen oder Trauergaben dort ablegen können. Wobei – wie schon jetzt vorhanden – den Angehörigen eine gesonderte, etwas abgegrenzte Stelle weiterhin reserviert bleiben sollte.

Das Stellwerkhäuschen (Turm) ist wegen der baulichen Maßnahmen bereits abgerissen worden, daher sollten auch weiterhin die bisher nur provisorisch auf Wunsch der Angehörigen angebrachten Nationalflaggen der Verstorbenen weithin als sichtbares Symbol über der Gedenkstätte belassen werden.
Entsprechende Fahnenmasten sollten diesbezüglich oberhalb angebracht werden.

An Stelle des Stellwerkhäuschens könnte oberhalb der Treppe das bekannte Mahnmal als weitere Landmarke aufgestellte werden.
Dieses müsste dazu versetzt werden und hätte dann den Platz, der ihm gebührt als Teil einer endgültigen Gedenkstätte.
Die bisher auf der Treppe stehenden 21 Kreuze mit den Namen der Opfer sollten ihren Platz dort wieder bekommen und mit einer entsprechenden, dezenten Lichtquelle versehen werden.
Ein „Ewiges Licht“ könnte dem bisherigen Ort eine zusätzliche Würde verleihen.
Der bisherige Aufwand die Gedenkstätte mit normalen Kerzen zu beleuchten ist auf Dauer nicht aufrecht zu erhalten.
Um im unteren Bereich den durch die hohe Rückwand entstehenden Eindruck der Enge etas aufzulösen, sollte diese mit einem Panoramabild versehen werden.
Um vielleicht auch die Erinnerung mit dem überbauten Rampenteil wach zu halten sollte dies als Motiv in Betracht gezogen werden.
Nicht nur am 24,Juli 2010 war der Tunnel Ort einer Katastrophe sondern schon im Oktober 1944.
In der Nacht vom 14 auf den 15 Oktober 1944 starben bei einem Bombenangriff viele Duisburger bei dem Versuch in den Bunkern der Tunnelanlagen Schutz zu finden.
Um auch diese Opfer nicht zu vergessen könnte dort im Tunnel eine Gedenktafel angebracht werden.

Loveparade Gedenkstätte in Duisburg
Die im September 2010 eingerichtete provisorische Gedenkstätte um Unglücksort.
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