Das unwürdige gebaren wegen einer Tafel

Nach der Ankündigung durch Manuela Ihnle von xtranews und das die Stiftung nicht über das anbringen der Gedenktafel für die tausenden Traumatisierten und Verletzten angeblich nicht informiert gewesen sei ( eine klare Lüge)und diese somit wieder abgenommen werden soll, kurz vor dem Jahrestag, löste bei vielen emotionale Reaktionen aus. Diese Reaktionen gingen über Wut bis hin zur tränenreichen Enttäuschung. Das unwürdige Spiel der Stadt Duisburg und ihrem Feigenblatt der „Stiftung 24.07.2010.“ nimmt einfach kein Ende. Es ist eine Schande für diese Stadt. Was hat man nicht alles großspurig angekündigt von wegen Aufklärung, würdiges Gedenken an alle Opfer und Aufarbeitung des Unglücks! Nichts davon ist passiert. Die leeren Phrasen, die ein Herr Thiesbonenkamp am Jahrestag gebetsmühlenartig wie ein Werbeblock der Stadt Duisburg runterspult , dass sich die Stadt ihrer Verantwortung bewusst sei und sich dieser auch stellt, klingen für viele mittlerweile wie blanker Hohn.

Thomas würde sich im Grab umdrehen

Am 24.Juli 2010 starben 21 Menschen und tausende wurde verletzt oder traumatisiert unter anderem, weil Dinge genehmigt wurden, die nicht hätten genehmigt werden dürfen.

Zitat einer Betroffenen: „Doppelt armselig, dass für ein Event wie die LoPa Dinge ohne Genehmigung durchgehen konnten, die dazu geführt haben, dass passiert ist, was passiert ist, und für ne kleine Platte, die an ner Wand klebt, muss ne Genehmigung her, die fast Staatsschutz Auflagen braucht. Ganz schön paradox.“

Zitat:“Wie kann es denn bitte sein, dass eine Stiftung, die FÜR Betroffene und Angehörige da ist, verhindern möchte, dass man eine klein dimensionierte, respektvolle Tafel anbringt, die den Betroffenen gewidmet ist…..“

Fun Fact am Rande. Während des Jahrestages stolziert Frau Ihnle gerne über die Gedenkstätte und gibt sich als Mitglied von Lopa 2010 e.V. aus. Ein Verein also, der sich für die Interessen der Traumatisierten und Verletzten einsetzen will. Ich muss nicht wirklich erwähnen, dass viele Betroffene schon vor langer Zeit sich von ihr und dem „Verein“ distanziert haben. Dazu erfahrt ihr hier mehr.

Seit dem Unglück im Juli 2010 wurde den Traumatisierten und Verletzten immer wieder das Gefühl vermittelt, Opfer zweiter Klasse zu sein. Immer nur das lästige Anhängsel der trauernden Angehörigen zu sein. Oft entstand bei den Betroffenen das Gefühl, sie müssten sich noch dafür entschuldigen, dass sie am 24.07.2010 „überlebt“ haben, das sie nicht leblos am Unglücksort gefunden wurden. In den Jahren danach haben insgesamt 6 „Überlebende“ ihrem Leben ein Ende gesetzt, weil sie sich nicht stark genug fühlten, mit dem Erlebten und den Folgen daraus wieder ins Leben zurückzufinden. Sie haben einfach aufgegeben. Auch für sie steht stellvertretend diese Tafel. Sie sollen nicht vergessen werden. Sie dürfen nicht vergessen werden.

Mahnmal am Ostausgang des Tunnels Karl-Lehr-Straße

21 Namen, 21 Stahlstäbe, dazwischen und darunter Stahlplatten

Die Initiative Spendentrauermarsch hat nach der Loveparade Geld für ein Mahnmal gesammelt und dieses am Ostausgang des Tunnels Karl-Lehr-Straße realisiert. Geldspenden in Höhe von 30.000 Euro seien vollständig ausgegeben worden. Das Mahnmal wurde vom Duisburger Künstler Gerhard Losemann entworfen.

Im November 2011 wurden am Bahnhofsvorplatz 21 Magnolien eingepflanzt. Die erste sollte OB Sören Link einsetzen. Erst einen Tag vorher wurde daran gedacht, die Angehörigen der Opfer zu diesem Ereignis einzuladen. „Das hätte man früher machen können“, räumt Stadtdirektor Peter Greulich ein.

21 Magnolien am Hauptbahnhof an die 21 Toten


Eine Erwähnung der Traumatisierten und Verletzten sucht man bis dahin vergeblich.

Im Juli 2016 wurde in die umgebaute Gedenkstätte am Unglücksort eine zusätzliche Steele mit Bilder von 16 der 21 Opfer eingefügt. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es nur eine Bronzetafel oberhalb der Gedenkstätte.

So sieht es aus, wenn die Stadt Duisburg sich ihrer Verantwortung stellt.

Um den Schein dann doch zu wahren wurde kurzerhand ein weißer nackter Stein, symbolisch zum Gedenkstein an die Betroffenen ausgegeben. In einem Nebensatz an einer Gedenktafel wird darauf hingewiesen :“Der weiße Stein in der Gedenkplatte steht symbolisch für die Verletzten und Traumatisierten der Katastrophe“

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